MS-DOS-Eingabeaufforderung und PATH
1. Die MS-DOS-Eingabeaufforderung
1.1 Wo finde ich diese "Konsole"?
1.2 Einige Grundlagen
1.3 Wechsel des aktuellen Verzeichnisses
1.4 Starten eines Programms
2. Der PATH
2.1 Setzen des PATH unter Windows 95, 98, ME
2.2 Setzen des PATH unter Windows NT
2.3 Setzen des PATH unter Windows 2000 und
XP
2.4 Überprüfen des PATH
1. Die MS-DOS-Eingabeaufforderung
Windows-Benutzer kommunizieren mit ihrem Rechner im allgemeinen über die
graphische Benutzeroberfläche, also über Fenster mit Menüleisten,
Buttons, Textfelder usw., die sich mit Hilfe von Tastatur und Maus bedienen lassen.
Solange man auf der Ebene des reinen Benutzens bleibt, reicht dies im Allgemeinen
auch aus.
Sobald man jedoch vorhat, selbst Programme zu entwickeln, oder sich etwas näher
mit seinem System beschäftigen möchte (oder muss), wird man nicht
darum herumkommen, das zu tun, was für Benutzer manch anderer Betriebssysteme
zum ganz normalen Alltag gehört, nämlich Befehle an der Textkonsole
einzugeben.
Der Weg hierzu führt bei Windows über die "MS-DOS-Eingabeaufforderung".
Weitere gebräuchliche Begriffe, die im Grunde das Gleiche meinen, sind
"DOS-Shell" oder "Konsole". Befehle, die man dort eingibt,
werden von einem speziellen Programm, dem so genannten Kommandozeileninterpreter
ausgewertet und ausgeführt. Dieser beherrscht einen "eingebauten"
Satz von DOS-Kommandos, die sich direkt eingeben lassen. Darüber hinaus
ist er in der Lage, all solche Programme zu starten, die sich in ihm bekannten
Verzeichnissen (Näheres hierzu später), im "aktuellen Verzeichnis"
oder einem explizit angegebenen Verzeichnis befinden.
1.1 Wo finde ich diese "Konsole"?
Bei Windows 95 und 98 findet sich unter "Start | Programme" eine Verknüpfung
zur MS-DOS-Eingabeaufforderung. Bei Windows ME, NT, 2000 und XP ist es im Grunde
genauso, (Start/Programme/Zubehör/) nur heißt sie dort einfach Eingabeaufforderung.
Diese Verknüpfung kann man sich auch kopieren und auf dem Desktop ablegen.
Den gleichen Effekt erreicht man, wenn man mit der rechten Maustaste auf den Desktop
klickt, im sich öffnenden Kontextmenü den Menüpunkt "Neu |
Verknüpfung" wählt und im sich öffnenden Fenster als Befehlszeile
den Pfad zum Kommandozeileninterpreter eingibt (im Allgemeinen C:\WINDOWS\COMMAND.COM).
Nachdem man "Weiter" angeklickt hat, kann man der neuen Verknüpfung
noch einen passenden Namen geben und dann "Fertigstellen" anklicken.
Die Konsole lässt sich jetzt durch Doppelklick auf diese Verknüpfung
bequem erreichen.
1.2 Einige Grundlagen
Nach dem Start der Konsole befindet man sich im so genannten "aktuellen Verzeichnis".
Damit ist gemeint, dass sich eingegebene Befehle zunächst einmal auf ein
ganz bestimmtes Verzeichnis (eben das "aktuelle") beziehen. In welchem
Verzeichnis man sich befindet, wird vor dem blinkenden Cursor angezeigt.
Natürlich kann man dieses aktuelle Verzeichnis wechseln, und man kann auch
dafür sorgen, dass die Konsole in einem bestimmten Verzeichnis startet (Letzteres,
indem man die Eigenschaft "Arbeitsverzeichnis" der Desktopverknüpfung
entsprechend ändert: rechte Maustaste auf die Verknüpfung, im Kontextmenü
"Eigenschaften" wählen, dort unter "Programm" das Textfeld
"Arbeitsverzeichnis" ändern).
1.3 Wechsel des aktuellen Verzeichnisses
Ein wichtiger Befehl der Konsole ist der zum Wechsel des aktuellen Verzeichnisses.
Er lautet "cd" (für "change directory"). Wie Sie ihn bedienen, erfahren Sie
(das gilt auch für alle anderen "eingebauten" Befehle), indem sie den Befehl
eingeben, gefolgt von einem Leerzeichen und einem anschließenden "/?", also:
cd /?
Probieren Sie dies bitte direkt einmal aus, und wechseln Sie mit "cd" in verschiedene
Verzeichnisse. Wichtig ist insbesondere der Wechsel in das dem aktuellen direkt
übergeordnete Verzeichnis, welches durch zwei Punkte bezeichnet wird:
cd ..
(Hinweis: Mit "cd" erreichen Sie nur Verzeichnisse auf dem gleichen Laufwerk.
Um das aktuelle Laufwerk zu wechseln, geben Sie einfach den Laufwerksbuchstaben,
gefolgt von einem Doppelpunkt, ein.)
Mit Hilfe des Befehls "dir" können Sie sich den Inhalt eines Verzeichnisses
ansehen. Da die Ausgabe dieses Befehls oft recht lang sein kann, gibt es die Möglichkeit,
sie Seite für Seite erfolgen zu lassen:
dir /P
Diese Möglichkeit hätten Sie mit Hilfe von "dir /?" natürlich auch
selbst gefunden...
Eine weitere Möglichkeit der komfortableren seitenweisen Ausgabe, welche
auch mit anderen Befehlen funktioniert, ist die Ausgabe mittels "more":
dir|more
(Der senkrechte Strich "|" ist auf deutschen Tastaturen durch gleichzeitiges Drücken
der Tasten "AltGr" und "<" erreichbar.)
1.4 Starten eines Programms
Um zu sehen, wie Sie ein Programm von der Konsole aus starten können, wechseln
Sie bitte einmal ins Verzeichnis C:\WINDOWS. Überprüfen Sie mit Hilfe
von "dir /P", ob sich dort die Datei notepad.exe befindet, was bei den meisten
Installationen der Fall sein sollte. Sie können nun das Programm Notepad
durch einfache Eingabe des Befehls "notepad" starten. Die Dateinamenserweiterung
kann bei Dateien, die mit ".exe", ".bat" oder ".com" enden, weggelassen werden.
Wechseln Sie nun einmal in ein Verzeichnis, in dem sich eine beliebige Textdatei
(auf ".txt" endend) befindet. Auch von dort können Sie Notepad starten. Da
das aktuelle Verzeichnis aber nicht mehr das ist, in dem sich das Programm befindet,
müssen Sie dazu den kompletten Pfad zur Datei "notepad.exe" mit angeben.
Gleichzeitig wollen wir aber das Programm so starten, dass eine im aktuellen Verzeichnis
befindliche Textdatei direkt angezeigt wird. Das geschieht, indem der Name der
Datei als Parameter übergeben wird. Wenn die Datei beispielsweise "datei.txt"
hieße, ginge dies wie folgt:
C:\WINDOWS\notepad datei.txt
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2. Der PATH
Ganz am Anfang dieses Kapitels wurde erwähnt, dass der Kommandozeileninterpreter
auch in der Lage ist, Programme zu starten, die sich "in ihm bekannten Verzeichnissen
befinden". Dabei wurde aber nicht erklärt, welche Verzeichnisse dies sind
und wie man dem Kommandozeileninterpreter ein Verzeichnis "bekannt machen" kann.
Wie anhand der Überschrift schon zu erraten war, geschieht dies mit Hilfe
des "PATH".
Der PATH ist eine sogenannte "Umgebungsvariable", in welcher der Kommandozeileninterpreter
nachsieht, in welchen Verzeichnissen er nach Programmen suchen soll, wenn Sie
deren Namen an der Eingabeaufforderung des Betriebssystems eingeben.
Damit Sie also ein Programm von jedem beliebigen Verzeichnis aus nur durch Eingabe
des Namens starten können, muss das Verzeichnis, in dem sich das Programm
befindet, in diesen PATH aufgenommen werden. Wie dies vor sich geht, ist bei den
verschiedenen Windows-Versionen unterschiedlich:
2.1 Setzen des PATH unter Windows 95, 98, ME
Um Änderungen am PATH vorzunehmen, müssen Sie die Datei Autoexec.bat
editieren, die sich direkt im Hauptverzeichnis (normalerweise C:\) befindet, und
bei jedem Start des Systems automatisch ausgeführt wird. Um sie zu editieren,
öffnen Sie das Verzeichnis C:\ im Windows-Explorer. Sollten Sie nun die Datei
Autoexec.bat nicht finden, liegt dies daran, dass es sich um eine sogenannte "versteckte
Datei" handelt und in Ihrem Windows-Explorer eingestellt ist, dass Sie solche
versteckten Dateien nicht sehen sollen.
Diese Voreinstellung ändern Sie folgendermaßen (deutschsprachiges Windows):
- Windows 95:
Wählen Sie im Windows-Explorer im Menü "Ansicht | Optionen | Ansicht"
die Option "Alle Dateien anzeigen" und bestätigen Sie mit "OK".
- Windows 98:
Wählen Sie im Windows-Explorer im Menü "Ansicht | Ordneroptionen
| Ansicht" unter "Dateien und Ordner – Versteckte Dateien" die Option "Alle
Dateien anzeigen" und bestätigen Sie mit "OK".
- Windows ME:
Wählen Sie im Windows-Explorer im Menü "Extras | Ordneroptionen
| Ansicht" unter "Dateien und Ordner | Versteckte Dateien und Ordner" die
Option "Alle Dateien und Ordner anzeigen" und bestätigen Sie mit "OK".
Nachdem Sie nun im Windows-Explorer die Datei "Autoexec.bat" sehen, klicken Sie
diese mit der rechten Maustaste an, wählen im sich öffnenden Kontextmenü
den Punkt "Eigenschaften" und deaktivieren hier unter "Allgemein" die Eigenschaft
"Schreibgeschützt". Die Datei kann nun in einem Editor (z.B. Notepad) geöffnet
und editiert werden. Da Dateien mit der Namenserweiterung ".bat" durch einen Doppelklick
nicht editiert, sondern ausgefürt werden, müssen Sie dazu zuerst den
Editor starten, und dann dort mittels "Datei | öffnen" die Datei laden.
Nehmen wir nun als Beispiel einmal an, Sie wollten das Verzeichnis "C:\test\bin"
in Ihren PATH aufnehmen. Öffnen Sie dazu die Datei "Autoexec.bat" in einem
Editor und fügen Sie am Ende folgende Zeile an:
PATH = %PATH%;c:\test\bin;
Dieser Eintrag sorgt dafür, dass beim Start von Windows der PATH automatisch
um das Verzeichnis "C:\test\bin" erweitert wird (%PATH% steht dabei für den
alten Wert des PATH; der neue Wert wird also hinten an den PATH angehängt).
Speichern Sie die geänderte "Autoexec.bat". Anschließend reaktivieren
Sie die Option "schreibgeschützt" dieser Datei. Gehen Sie dazu analog zum
Deaktivieren der Option vor.
Bevor Sie nun mit dem nächsten Punkt fortfahren, sollten Sie Windows neu
starten, um die Änderung in der "Autoexec.bat" wirksam werden zu lassen.
2.2 Setzen des PATH unter Windows NT
Unter Windows NT nehmen Sie Veränderungen am PATH in den Umgebungsparametern
der Systemkonfiguration vor. Klicken Sie dazu unter "Start" auf "Einstellungen
| Systemsteuerung | System". Im Fenster "Systemeigenschaften" wählen Sie
nun die Registerkarte "Umgebung".
Suchen Sie im obersten Feld nach der Variablen "Path" und markieren Sie diese.
Im Feld "Variable" erscheint daraufhin "Path" und im Feld "Wert" der aktuell gesetzte
PATH.
An diesen hängen Sie nun zuerst ein Semikolon (wenn sich nicht schon eines
am Ende befindet) und dann das Verzeichnis an, das zum PATH hinzugefügt werden
soll.
Bestätigen Sie anschließend mit "Setzen" und verlassen Sie das Fenster
mit "OK". Der neu gesetzte Wert ist sofort gültig, ein Neustart ist bei Windows
NT also nicht nötig (so sollte es zumindest sein).
2.3 Setzen des PATH unter Windows 2000 und XP
Unter Windows 2000 nehmen Sie Veränderungen am PATH in den Umgebungsparametern
der Systemkonfiguration vor. Klicken Sie dazu unter "Start" auf "Einstellungen
| Systemsteuerung | System".
Wechseln Sie zu der Registerkarte "Erweitert" und klicken Sie auf "Umgebungsvariablen".
Im unteren Teil des sich öffnenden Dialogfensters finden Sie die Systemvariablen,
darunter auch die Variable "Path". Markieren Sie diese Zeile und klicken Sie auf
"Bearbeiten". Hängen Sie nun zuerst ein Semikolon (wenn sich nicht schon
eines am Ende befindet) und dann das Verzeichnis an, das zum PATH hinzugefügt
werden soll.
Bestätigen Sie anschließend mit "OK" und verlassen Sie das Fenster
mit "OK". Bevor Sie nun mit dem nächsten Punkt fortfahren, sollten Sie Windows
neu starten.
2.4 Überprüfen des PATH
Bei allen Windows-Versionen können Sie sich nun durch Eingabe des Befehls
echo %PATH%
an der Konsole den aktuellen Wert dieser Umgebungsvariablen anzeigen lassen.
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