Die Entwicklung von Webapplikationen für typische Informationssysteme kann mittels geeigneter modellgetriebener Verfahren stark systematisiert werden. Wir gehen hier der Frage nach, wie weit eine Automatisierung für diesen speziellen Anwendungsbereich möglich ist. Dabei entwickeln wir ein Verfahren, das im Wesentlichen auf speziell für interaktive Systeme angepassten Aktivitätsmodellen zur Use Case Beschreibung basiert, und das es ermöglicht, die Modelle der Anforderungsermittlung systematisch und automatisierbar in Modelle des Entwurfs zu überführen. Wir untersuchen unter anderem, inwiefern verschiedene technische Frameworks (bspw. Stuts, EJB oder Spring) die Modelle und Verfahren beeinflussen oder wie sich unterschiedliche Architekturkomponenten hinsichtlich der Automatisierbarkeit verhalten.
Im Rahmen modellgetriebener Verfahren ("Model Driven Development", kurz MDD) werden Modelle ineinander transformiert. Dabei enstehen sogenannte Transformationsketten. Wir beschäftigen uns mir der Frage, wie diese Transformationsketten innerhalb des Entwicklungsprozesses zugeschnitten und verwendet werden können, beispielsweise welche Abstrakionsebenen zu definieren sind.
Bei modellgetriebenen Verfahren sind Modelle zu bearbeiten, die häufig graphisch dargestellt werden -- man denke etwa an UML-Diagramme. Im Rahmen dieses Schwerpunktes untersuchen wir Konzepte und Frameworks für graphische Editoren. Neben der Umsetzung diverser graphischer Notationen und darauf aubauender Tools implementieren wir ein Framework zur Darstellung (und Bearbeitung) von Diagrammen auf 2D-Flächen innerhalb eines 3D-Raums (siehe auch Gef3D).
Komplexe Softwaresysteme beinhalten Anwendungsfälle (use cases) mit nicht-trivialem ablauforientiertem (dynamischem) Verhalten. Die Modellierung derartigen Verhaltens mit statischen Diagrammen, wie sie z.B. die UML bereitstellt, erweist sich insbesondere im Hinblick auf Validierungs- und Verifikationsaufgaben als nicht angemessen. Für die Validierung funktionaler Anforderungen durch Anwender werden ausführbare Aktivitätsdiagramme betrachtet. Hinsichtlich der Verifikation des Entwurfs gegen die (validierte) Anforderungsspezifikation wird an Methoden und Werkzeugen zur animierten Darstellung dynamischer Abläufe (Design Walk-Through) gearbeitet.
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