Diplomarbeit des Lehrgebietes Multimedia und Internetanwendungen der FernUniversität in Hagen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik.
| Verfasser: | Uwe Riemann |
|---|---|
| Hochschule: | FernUniversität in Hagen |
| Eingereicht am: | 12.12.2005 |
| Prüfer: | Prof. Dr. Matthias L. Hemmje Dr. Wolfgang Deiters (Fraunhofer ISST) |
| Betreuer: | Manfred Wojciechowski (Fraunhofer ISST) Prof. Dr. Matthias L. Hemmje Gerald Jäschke |
Am Fraunhofer ISST wurde mit XDAL (XML Document based Application Language) eine anwendungsspezifische Beschreibungssprache (DSL) für dokumentenbasierte Anwendungen entworfen. Diese beruht auf XML und ermöglicht die Beschreibung der Anwendungslogik von Webanwendungen, aber auch von Email- oder SMS-Anwendungen, auf einer von technischen Details abstrahierenden Ebene. XDAL ist auf die Domäne dokumentenbasierter Anwendungen beschränkt, ermöglicht in dieser aber eine wesentlich effizientere Entwicklung als im herkömmlichen Sinne mit Hilfe von bestehenden Programmiersprachen.
Der relativ geringe Sprachumfang von XDAL macht diese Beschreibungssprache aber auch zu einem guten Kandidaten für eine visuelle Beschreibungssprache, mit der es dann möglich sein soll die Anwendungslogik mit Hilfe von fortgeschrittenen Interaktionsparadigmen wie drag&drop einfach grafisch zusammenzustellen. Das Ziel der Diplomarbeit ist es Konzepte zu erarbeiten, mit denen die Entwicklung von internetbasierten Anwendungen auf der Basis der anwendungsspezifischen Beschreibungssprache XDAL noch effizienter gestaltet werden kann. Die Konzepte betreffen nicht das zugrunde liegende Domänenmodell, sondern die Aspekte der Syntax, der Darstellung der Sprache, sowie der Unterstützung durch eine vorhandene Entwicklungsumgebung. Der Schwerpunkt dieser Betrachtung im Rahmen dieser Diplomarbeit liegt in der Nutzung einer visuellen Notation von XDAL. Wesentliche Bestandteile dieser Konzepte sollen in geeigneter Form als Proof-of-the-concept realisiert werden.
Die Diplomarbeit setzt auf den am ISST vorhandenen Ergebnissen – der Definition der textuellen Notation von XDAL, sowie der Laufzeitumgebung ApplicationCore – auf. Für XDAL wird im Rahmen der Diplomarbeit eine geeignete visuelle Notation definiert. Diese orientiert sich an bereits existierenden visuellen Beschreibungssprachen und wird den gesamten Sprachumfang von XDAL umfassen.
Für die Implementierung von XDAL-Anwendungen existiert derzeit keine spezifische Entwicklungsumgebung. Dieses wird derzeit mit Hilfe einfacher Texteditoren realisiert. Diese sind für die Umsetzung der visuellen Notation nicht geeignet. Ein weiteres Ziel ist es daher eine prototypische Umsetzung eines graphischen Editors für die visuelle Notation von XDAL zu realisieren, mit der die effizientere Entwicklung von XDAL-Anwendungen demonstriert werden kann. Als Grundlage für die Umsetzung des graphischen Editors kann die Verwendung von Eclipse genutzt werden. Eclipse ist eine offene und erweiterbare Entwicklungsumgebung, die vielfältige Möglichkeiten zur Anpassung bietet. Wegen der Plugin-Architektur ist Eclipse sehr wandlungsfähig. Der graphische Editor für XDAL wird daher nach Möglichkeit auf dieser Plattform realisiert. Ist dieses nicht ohne großem Aufwand möglich, dann kann auch eine einfache Anwendung implementiert werden, welche die visuelle Entwicklung von XDAL-Anwendungen demonstriert.
Neben der Umsetzung der visuellen Notation in einen graphischen Editor sollen noch weitere Konzepte erarbeitet werden, die im Zusammenhang mit der visuellen Notation stehen und die der Effizienzsteigerung der Anwendungsentwicklung dienen. Dazu gehören beispielsweise die Bereitstellung von Meta-Informationen für den graphischen Editor, die es ermöglichen Elemente der visuellen Notation mit möglichen Parametern zu hinterlegen, so dass diese vom Entwickler selektiert werden können. Dieses erfordert eventuell eine Erweiterung von ApplicationCore zur Bereitstellung der entsprechenden Meta-Informationen.Grundlagen der objektorientierten Programmierung mit Java oder C#. Kenntnisse in HTML und Eclipse sind hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig.